Leben im Ausland
Auswanderungen sind im Augenblick in aller Munde. So reizvoll und spannend der Neustart in einem anderen Land auch ist, so sind doch einige wichtige Punkte zu beachten. Der mit Abstand wichtigste Punkt ist zunächst das Erlernen der Sprache des Gastlandes. Ohne ausreichende Sprachkenntnisse wird die Arbeitsaufnahme zumindest sehr erschwert.
 
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Arbeiten im Ausland

Das Fernsehen berichtet inzwischen mehrfach pro Woche von Menschen, die Ihrem Heimatland den Rücken gekehrt haben und ihr Glück nun in anderen Ländern suchen. Die Motivationen der einzelnen Familien und Leute sind sehr unterschiedlich, in 90 Prozent aller Fälle ist die Arbeit ein wesentliche Punkt, der die Leute dazu treibt auszuwandern.

Bei dem einen ist es der fehlende Arbeitsplatz, beim Anderen der übermäßige Stress oder fehlende Karriere-Möglichkeiten. Im Ausland erhofft man sich eine Verbesserung seiner Situation.

Unbedingt die Sprache lernen

Vor der Auswanderung ist es elementar wichtig, sich mit der Sprache des jeweiligen Landes vertraut zu machen. Die Idee man werde die Sprache schon auf der Arbeit lernen, kann sich fatal auswirken. Nämlich dann, wenn man aufgrund der Sprachschwierigkeiten keine Arbeit bekommt. Man muss sich mal in die Lage des ausländischen Arbeitgebers versetzen, oder sich die Frage beantworten, welche Arbeit ein Ausländer in Deutschland bekommen würde, dessen Sprachkenntnisse sich darauf beschränken, einen Kaffee im Restaurant zu bestellen und „Guten Tag“ und „Auf Wiedersehen“ zu sagen. Auch im Ausland sind teure Maschinen zu bedienen und komplizierte Arbeitsabläufe zu verstehen. Schnell ist aufgrund von Sprachschwierigkeiten ein großer Schaden entstanden. Auch die Hoffnung sich mit Englisch durchzuschlagen wird sich nur begrenzt erfüllen, da die meisten Chefs zwar ein Schulenglisch beherrschen, doch darüber hinaus die Sprache nicht gut sprechen können. Man stelle sich nur vor wie anstrengend es wäre, täglich zwei oder drei Leuten Arbeitsanweisungen in Englisch geben zu müssen und dabei zu wissen das die Leute die Sprache auch nur fragmentarisch beherrschen. Man müsste mehrfach am Tage die korrekte Ausführung der Arbeiten überprüfen. Wie würde man sich selbst entscheiden? Man würde, wenn möglich, einheimische Arbeiter beschäftigen.

Nicht alles was glänzt ist Gold

Auch im Ausland ist nicht alles was glänzt Gold. Wer auswandert sollte vorher wissen, das in den seltensten Fällen jemand auf einen arbeitslosen Deutschen wartet. Auch die Reputation die man sich in Deutschland über Jahre erworben hat, ist im Ausland zunächst nichts wert. Man fängt ganz von vorne und in der Regel auch ganz unten an. Dabei kann es durchaus vorkommen, das ein Meister im Ausland zwar Meister-Arbeiten ausführt, doch dafür nur den Lohn eines Gesellen bekommt. Und manchmal nicht mal den. Auch bei den Karriere-Chancen sieht es in den ersten Jahren nicht so rosig aus. Man muss schon ganz außergewöhnlich Leistungen erbringen, wenn man schnell aufsteigen möchte. Oftmals kommt auch noch hinzu das einheimische Arbeiter bei schlechteren Leistungen bevorzugt werden, wenn es gilt eine bessere Stellung innerhalb des Betriebes zu bekommen. Ebenfalls zu beachten ist, das im Ausland ganz andere Gepflogenheiten auf der Arbeit herrschen, die man kennen und einhalten muss. Dies gilt sowohl für das Arbeitstempo sowie auch die Qualität der durchzuführenden Arbeiten. Schnell eckt man an, wenn man trotz allgemein langsamerer Arbeitsweise mit deutschem Tempo arbeitet. Positiv ist zu erwähnen das gerade die deutschen Eigenschaften wie Fleiß, Pünktlichkeit, Akkuratesse und Ordnungsliebe, gern gesehen und geschätzt sind.

Du zum Chef?

In einigen Länder wie Schweden oder England gibt es beispielsweise kein Sie. Man duzt sich allgemein. Nun wäre es jedoch fatal, sich durch die vermeintlich lockeren Umgangsformen zu falscher Vertraulichkeit hinreißen zu lassen. Der Chef ist und bleibt der Chef! Er wird genau wie ein deutscher Chef darauf bestehen das man sich ihm gegenüber respektvoll verhält. Das Gleiche gilt für ältere Kollegen oder solche die schon lange Zeit im Betrieb arbeiten und die sich durch ihre Arbeit ein gewisses Ansehen erworben haben. Höflicher und respektvoller Umgang mit allen Kollegen sollte zur Normalität gehören.

Lohnt es sich überhaupt auszuwandern?

Aus meiner persönlichen Sicht ein klares Ja. Wer sich im gut vorbereitet, also sich mit dem Auswanderungsland und dessen Sprache befasst hat schon einige wichtige Hürden genommen. Wichtig ist auch die eigene Betrachtungsweise. Wie sehe ich bestimmte Vorgänge im neuen Land? Sind sie eher Bereicherung oder Last. Empfinde ich die Andersartigkeit fremder Kulturen als Bereicherung oder Belastung? Kann ich mich dieser Kultur anpassen ohne langfristig Problem damit zu bekommen? Nicht zuletzt davon hängt es ab, ob man sich im entsprechenden Land wohl fühlt und irgendwann sagt: „Dies ist meine neue Heimat“ oder ob man frustriert nach Deutschland zurückkehrt.

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